Energie

Die Notwendigkeit der Energiewende und der ökologischen Weiterentwicklung von Städten und Regionen ist gesellschaftlicher und politischer Konsens. Möglichkeiten für eine umfassende Mitwirkung und damit Mitgestaltung durch Bürgerinnen und Bürger sind Voraussetzungen für den Erfolg bei der Umsetzung. Es gilt, das Bewusstsein von uns allen für einen verantwortungsvollen Umgang mit knappen Ressourcen und eine intelligente Nutzung des urbanen Raums zu schärfen. So können neue Potentiale, lokales Wissen und vor allem das Mitwirken der BewohnerInnen selbst für das Bauen einer nachhaltigen Stadt aktiviert werden.


Hamburg als extensiver Energieverbraucher benötigt daher Stadtentwicklungskonzepte einer neuen Generation, die in integrierter Form gleichberechtigt soziale, ökonomische, energetische und klimatische Aufgaben umfassen. Hamburg darf die Lösung seiner künftigen Energie- und Klimaprobleme nicht alleine den ländlichen Regionen und der Metropolregion überlassen. Projekte, die der Energieerzeugung und dem Klimaschutz dienen, müssen dort in Hamburg entstehen, wo Energie verbraucht wird. Ebenso ist es nötig, die erforderlichen Verhaltensänderungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs in alle Bevölkerungsgruppen zu vermitteln.

Eine der großen Aufgaben solcher neuartiger Stadtentwicklungskonzepte wird es daher sein, Effizienzpotentiale gestaltend zu erschließen und eine regenerative Energieproduktion in den Städten voranzutreiben.



KEBAP nimmt sich dieser Aufgabe an. Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels und der Endlichkeit fossiler Brennstoffe ist die existierende Erzeugungsstruktur im Hamburger Fernwärmenetz nicht zukunftssicher.

Die von KEBAP erarbeitete und angestrebte anlagentechnische Konzeption erfolgt daher unter den folgenden Prämissen:

  • möglichst hoher Anteil von regenerativer Energie im gesamten Energie-output

  • möglichst hoher Nutzungsgrad regionaler Ressourcen als Einsatzstoff ("regionale Ökonomie")

  • möglichst hoher Wirkungsgrad der eingesetzten Ressourcen (durch KraftWärmeKopplung / KWK)

  • möglichst geringe CO2 Emissionen (fakttisch, nicht bilanziell)

  • Förderung von innovativen Lösungen für einen möglichst ressourcenschonenden Einsatz von regenerativen Energieträgern

Als Ergebnis dieser Prämissen favorisiert KEBAP ein modulares Anlagenkonzept für die Energieerzeugung unter Einsatz sowohl von fester Biomasse als auch Erdgas. Der angestrebte modulare Aufbau hat dabei folgende Vorteile:
  • als Bürgerprojekt stehen KEBAP nur begrenzt finanielle Mittel zur Verfügung. Daher wird angestrebt, die Anlageinvestition in zwei  Ausbaustufen zu realisieren.

  • je Ausbaustufe kann KEBAP mit geeigneten Partnern zusammenarbeiten

  • der Ausbau der Erzeugungsstufen kann dem steigenden Wärmeabsatz folgen

  • die Lage des Bunkers in einem Wohngebiet begrenzt aufgrund der nötigen  Anlieferung die Leistungsgröße der mit fester Biomasse betriebenen Anlage


Unter diesen Voraussetzungen strebt KEBAP einen Anlagenmix mit folgenden Hauptkomponenten an:

  • stromgeführtes Erdgas-BHKW  (Ausbaustufe 1)



Als weitere Komponenten plant KEBAP die Integration eines

  • Wärmespeichers

  • Erdgas Spitzenlast- und Rerservekessel

Zusätzlich wird in weiteren zeitlichen und wirtschaftlichen Ausbaustufen der Einsatz von:

  • Elektroboiler (power-to-heat)

  • Solarthermie bzw. Photovoltaik
geprüft.

Details können dem folgenden link entnommen werden:
KEBAP-Konzept Broschüre zum download (36 Seiten)

Die in diesem Konzept skizzierte technische Anlage war 2015 Gegenstand einer umfangreichen Machbarkeitsstudie, die KEBAP mit finanzieller Unterstützung aus Sondermitteln des Bezirks Altona finanzierte. Auftragnehmer war das Büro "Averdung Ingenieure" aus Altona.Averdung kam zu dem Ergebnis, daß sich das technische Konzept des KEBAP sowohl technisch als auch wirtschaftlich darstellen läßt.

KEBAB hat bereits in den Vorjahren zwei kleinere technische Machbarkeitsstudien anfertigen lassen. Deren Ergebnisse sind in das oben skizzierte Konzept eingeflossen.
Auftragnehmer dieser beiden Studien war die
ZEBAU - Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH.

März 2012: Machbarkeitsstudie 2
Anlagenkonzept: Gas-BHKW mit KWK
In der Erweiterung der MBS 1 wurden wirtschaftliche Aspekte alternativer Anlagenkonzepte betrachtet. Dabei steht im Gegensatz zur MBS 1 eine gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme im Vordergrund. Es wurden Anlagen mit Erdgasbetrieb und alternativ Betrieb mit netzdurchgeleitetem Biogas untersucht. Dabei ist die Bereitstellung von sowohl positiver als auch negativer Regelenergie berücksichtigt worden. Ebenfalls wurde ergänzend ein kleiner Holzvergaser-BHKW untersucht.

 

August 2011: Machbarkeitsstudie 1
Anlagenkonzept: Biomasse-Heizkessel ohne KWK
Aufgrund der Zielvorstellung "möglichst 100% erneuerbar" sowie des einfachen Systemaufbaus wird eine monovalente Betriebsweise auf Basis von Holzhackschnitzel-Heizkesseln gewählt. Heizkessel auf HHS Basis gehören mittlerweile zu einer Stand-der-Technik Energieversorgung von Neubaugebieten in ganz Europa. Vorreiter sind Österreich, Schweiz, aber auch der süddeutsche Raum. Eine Ergänzung mit einem Erdgas-BHKW wird zusätzlich betrachtet.